Der Steiger sagt: „Glück auf!“

Mit diesen Worten beendete Herr Dr. Klaus Wegmann die offizielle Verabschiedung.

Aufgewachsen im Ruhrpott sei „malochen“ für ihn zeitlebens kein Schimpfwort, sondern Ausdruck für Einsatzbereitschaft und tatkräftiges Handeln gewesen.

Dass er dies stets gelebt hat, wurde sowohl in allen Grußworten als auch in der Verabschiedung durch den leitenden Ministerialbeauftragten der Gymnasien für Niederbayern, Herrn Anselm Räde, deutlich. Herrn Dr. Wegmann, der vor sieben Jahren als Schulleiter für das damals neugegründete Gymnasium Ergolding eingesetzt wurde, ist es zu verdanken, dass die Schule mit Leben gefüllt und zu einem Leuchtturm der Schullandschaft in der Region wurde. Mit hohem Engagement und ebenso verantwortungsbewusst wie erfolgreich stellte sich Dr. Klaus Wegmann den Anforderungen, die von Schülerschaft, Eltern, Kollegium, Ministerium etc. tagtäglich an einen Schulleiter herangetragen werden. Dabei verstand er sich immer, getreu seiner großen Begeisterung für den Sport, als Teamplayer, der mit anderen gemeinsam nach neuen Wegen und kreativen Lösungen sucht. Die „offene Tür“ seines Büros war dafür sinnbildlich. Wie ein roter Faden zog sich Dr. Klaus Wegmanns unermüdlicher Einsatz für die Belange seiner Schule durch alle Ansprachen: „Immer im Dienst“ lässt sich sein Verantwortungsgefühl dieser gegenüber wohl am besten auf den Punkt bringen.

Seiner Aufgabe ging er aus pädagogischer Überzeugung nach, denn das Wohl seiner Schülerinnen und Schüler blieb ihm auch als Schulleiter Hauptanliegen. Seine „väterliche Art“, in der sich sein ehrliches Interesse an den Bedürfnissen der Kinder widerspiegelte, betonte auch Debora Dragomir, die stellvertretend für die Schülerschaft eine sehr herzliche und bewegende Abschiedsrede vortrug, in der sie neben dem Dank aller Schülerinnen und Schüler für den fürsorglichen und schülernahen Umgang mit der gesamten Schülerschaft  ihre persönliche Verbundenheit zu dem scheidenden Schulleiter betonte, der ihr als „Migi“ – wie Dr. Wegmann die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die ihm sehr am Herzen lagen und für die er sich zusätzlich in besonderem Maße einsetzte , stets liebevoll nannte – anfangs, als sie in der 5. Klasse mit geringen Deutschkenntnissen von Rumänien nach Ergolding gekommen war, ein Ankerpunkt war und ihr ein Gefühl von Heimat vermittelt hat.

Umrahmt wurde die Verabschiedung durch sehr persönlich gestaltete und berührende musikalische Einlagen: So wurde die Veranstaltung mit „Hit the road, Klaus…“ – einer „Neu-Version“ des Nummer Eins Hits von Ray Charles, die eine auf Dr. Wegmann zugeschnittene und wertschätzende Interpretation darstellte, eröffnet; des Weiteren zeigte eine Percussiongruppe unter der Leitung von Andreas Csok mit „Instrumenten“, die Dr. Wegmanns zentrale „Werkzeuge“ an seinem Schreibtisch waren (Ordner, Kugelschreiber, Lineal, …) beeindruckend und äußerst kurzweilig eine sehr zutreffende Performance. Ein eigens für Klaus Wegmann gedichtetes Lied von Christian Grothe vor den Abschiedsworten des scheidenden Schulleiters bewegte alle Anwesenden.

Zuletzt ergriff Dr. Wegmann selbst das Wort: Neben seinem Dank, den er an seine Familie sowie die anwesenden Gäste richtete, übte er dabei auch deutliche Kritik an der aktuellen Bildungspolitik. Das „Hü und Hott“ politischer Pressekonferenzen, endlose Bildungsdebatten sowie unzählige juristische Ausführungsbestimmungen würden die Schulen momentan überfordern, stattdessen wären angesichts der Krise „verlässliche Backup-Regelungen“ dringend notwendig. Wegmann warb gleichzeitig für die Entwicklung neuer Lernkulturen und den sprichwörtlichen Blick über den eigenen Tellerrand, den er sich selbst auf zahlreichen Reisen zu eigen gemacht hat.

Dr. Klaus Wegmann wird dem Gymnasium Ergolding nicht nur durch den eigens nach ihm benannten Platz, die vom Förderverein überreichte „Dr.-Klaus-Wegmann-Eiche“ oder als „erster Schulleiter“ präsent bleiben. Seine Impulse, pädagogischen Visionen und seine Souveränität in Krisenzeiten (besonders hervorzuheben „Corona“) werden auch in Zukunft weiterwirken.

So sehr die Schulfamilie dem Schulleiter den wohlverdienten Ruhestand gönnt, so sehr wird sie ihn auch vermissen.

Familie Wegmann bei der Verabschiedung
Familie Wegmann bei der Verabschiedung
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