Ein Schullandheimaufenthalt ist weit mehr als nur eine Reise – er ist ein Meilenstein. Es sind jene Tage, die sich fest im Gedächtnis verankern und an die man sich selbst nach Jahren noch mit einem Lächeln zurückerinnert. Wenn sich 117 Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen von Dienstag bis Freitag vor den Osterferien auf den Weg in das BLSV-Sportcamp nach Bischofsgrün machten, dann geht es um weit mehr als das bloße Verlassen des Klassenzimmers. Für viele unserer Kinder war es die erste längere Zeit fernab des vertrauten Zuhauses. Da gilt es plötzlich, ganz alltägliche Herausforderungen zu meistern: Wie beziehe ich eigentlich mein Bett? Wie wische ich den Tisch gründlich ab? Es sind diese kleinen, praktischen Momente der Selbstständigkeit, die einen solchen Aufenthalt so wertvoll machen.
Vom Start weg ein Erlebnis:
Die Reise begann bereits mit einem kulturellen Ausrufezeichen: Ein Zwischenstopp in Regensburg, bei dem uns die „Stadtmaus“ auf einer geschichtsträchtigen Führung die Geheimnisse der Altstadt näherbrachte, bevor wir die obligatorische Bratwurst in der historischen Wurstkuchl neben der Steinernen Brücke genossen. Gestärkt ging es weiter ins Frankenland.
Dort angekommen, empfing uns der Winter – das Thermometer kletterte kaum über 4 Grad. Doch unsere Ergoldinger Truppe war bestens ausgerüstet und ließ sich die Laune nicht verderben. Im Gegenteil: Die strahlende Sonne und eine glasklare Sternennacht entschädigten für die Kälte, auch wenn bei der abendlichen Nachtwanderung so manch einer kurz den Mut zusammennehmen musste.
Sport, Spaß und Überwindung:
Im Sportcamp selbst gab es kein Halten mehr. Die Turnhalle wurde zum Schauplatz für „Spiel ohne Grenzen“, bei dem klassenübergreifende Teams gemeinsam wetteiferten und sich gegenseitig anfeuerten. Witzig empfanden die Kinder ebenso die selbst gebaute Minigolfbahn in der Turnhalle auszuprobieren.
Die absoluten Highlights jedoch fanden draußen statt:
Beim Bogenschießen war höchste Konzentration gefragt – stolze Gesichter waren garantiert, wenn der Pfeil „ins Schwarze“ traf. Und an der 10 Meter hohen Kletterwand wuchsen viele über sich hinaus. Dass fast jeder Schüler und jede Schülerin diese Höhe mehrfach erklimmen konnte, zeugt vom großen Mut und dem gegenseitigen Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft.
Gipfelstürmer und Weitblick:
Bevor es wieder Richtung Heimat ging, suchten viele noch einmal die sportliche Herausforderung. Während eine Gruppe den Hausberg, den Ochsenkopf, erfolgreich bezwang, wanderte eine andere durch die malerische Waldlandschaft zu den Weißmainfelsen und genoss bei bester Fernsicht den Blick bis in die tschechische Republik.
Wenn wir heute auf diese Tage in Bischofsgrün zurückblicken, sind wir uns einig: Es war eine Zeit voller positiver Erlebnisse. Und auch wenn die Freude groß war, nach diesen ereignisreichen Tagen wieder die eigenen Eltern in die Arme schließen zu können – die Erinnerungen an das Sportcamp, an den Stolz beim Klettern und das Gemeinschaftsgefühl werden uns noch lange begleiten.
Barbara Haucke, StDin