Wie viel Ackerfläche steht uns zur Verfügung?
An jeweils einem Mittwochvormittag machten sich zwei 5. Klassen mit dem Stadtbus auf den Weg zum Weltacker Landshut. Bereits bei der gemeinsamen Planung der Anfahrt konnten die Schülerinnen und Schüler ihre geographischen Kompetenzen anwenden und vertiefen.
Vor Ort wurden die Klassen von zwei Referentinnen des Weltacker Landshut e. V. empfangen, die das Projekt vorstellten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie viel Ackerfläche jedem Menschen zur Verfügung stünde, wenn die weltweite Ackerfläche gerecht auf alle Menschen verteilt würde. Das Ergebnis: Jeder Mensch hätte etwa 2.000 m² zur Verfügung. So groß ist auch der Weltacker neben der Hochschule Landshut.
Diese Fläche müsste jedoch nicht nur den Anbau von Nahrungsmitteln ermöglichen, sondern auch den Anbau von Rohstoffen wie Baumwolle für unsere T-Shirts und Jeans. Tatsächlich beanspruchen wir in vielen Teilen der Welt deutlich mehr Ackerfläche, als uns bei einer gerechten Verteilung zustünde.
Auf dem Weltacker wird maßstabsgetreu dargestellt, welchen Anteil der verfügbaren Fläche die weltweit wichtigsten Kulturpflanzen beanspruchen. So lässt sich beispielsweise nachvollziehen, wie viel Platz für den Anbau von Mais benötigt wird. Da aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht alle Pflanzen, die weltweit angebaut werden, auch in Landshut wachsen können, wurden einige durch vergleichbare Pflanzen ersetzt.
Bei einer Ackerrallye vertieften die Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse über das Projekt und setzten sich praktisch mit dem Thema Landwirtschaft auseinander. Sie untersuchten frischen Kompost, lernten verschiedene Pflanzen wie Erdnuss und Hirse sowie deren Früchte und Samen kennen und vermaßen einzelne Parzellen.
Ein besonderes Highlight war die Ernte. Vor allem das Puhlen der verschiedenfarbigen Bohnen rief große Begeisterung hervor.
Zurück an der Schule wurde die geerntete Menge im Rahmen des naturwissenschaftlichen Arbeitens erfasst und ausgewertet. Die Schülerinnen und Schüler stellten ihre Ergebnisse in Tabellen und Diagrammen dar und verknüpften so ihre praktischen Erfahrungen mit der Auswertung von Daten.
Der Besuch des Weltackers verdeutlichte anschaulich, wie begrenzt die weltweit verfügbare Ackerfläche ist und wie eng unsere Ernährung und unser Konsum mit der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zusammenhängen.
Eva Strauß, StRin